Lack oder Lasur vol.2

By | Juli 13, 2015

VORANSTRICH
Voranstriche mit beispielsweise Bläueschutz, Holzschutzgrund, Isoliergrund oder Holzimprägnierung können die Lebensdauer des folgenden Anstrichs mit Lack und Lasur deutlich erhöhen. Sie haben im Grunde nur eine Aufgabe: das Holz gegen Feuchte zu imprägnieren. Einige Voranstrichmittel enthalten zusätzlich zu den wasserabweisenden auch insektizide und/oder fungizide Inhaltsstoffe, was im Außenbereich aus gesundheitlicher oder ökologischer Sicht mittlerweile unbedenklich ist. Die Lacke und Lasuren selbst müssen dann keine eigenen Pestizide mehr zum Inhalt haben. Bei Lasuren bekommen Sie im Übrigen auchKombiProdukte aus Voranstrich und Lasur, die aber in Bezug auf das Ausdünsten der Pestizide ungünstiger sind als Einzelprodukte. Wie immer sind Produktkombinationen von einem Hersteller das Beste.

Lack

Lacke sind vereinfacht gesagt nichts anderes als in Wasser oder Testbenzin gelöste Farbpigmente. Dem ganzen sind in der Regel allerlei Zusatzstoffe beigemischt, die die Eigenschaften des Lacks hinsichtlich des Verlaufs, der Farbintensität, des Glanzgrads und des Trocknungsverhaltens verbessern sollen.

Die Pigmente haben bei Lacken für außen aber nicht nur farbgebende Funktion, sie hindern die schon erwähnten UV-Strahlen der Sonne auch daran, bis ans nackte Holz vorzudringen. Insofern bieten sie an sich einen zuverlässigen Holzschutz, zumindest was die Gefährdung durch die Sonne angeht.

Den Schutz vor Feuchtigkeit übernehmen bei den Lacken die Bindemittel, für die Natur- oder auch Kunstharze eingesetzt werden. Die verkleben die Pigmente zu einer weitgehend wasserundurchlässigen Schicht auf der Holzoberfläche, wobei gute Lacke die Wasserdampfdiffusion zwischen Holz und Umgebungsluft ungehindert zulassen. Diese „Abdichtung“ des Holzes bedingt allerdings auch, dass Sie die Lackierung lückenlos ausführen, das heißt, das Holzobjekt mit dem Lack regelrecht umhüllen.

Lacke bieten sich im Außenbereich vor allem bei Objekten an, die nicht innerhalb kurzer Zeit hohen Temperaturschwankungen unterliegen, denn die schützende Hülle würde durch die Holzbewegungen reißen. Ausnahmen:    Holzobjekte,    die

maßhaltig sein müssen, wie Türen und Fenster werden in der Regel lackiert, allerdings mit einem speziellen, sehr elastischen Fensterlack.

Die Flächen, die Sie lackieren, sollten nicht zu groß sein (etwa eine ganze Fassade), weil mit wachsender Flächengröße auch die Gefahr des Reißens der Lackoberfläche wächst. Auch sollte das lackierte Objekt jederzeit zugänglich bleiben, damit Sie regelmäßig (einmal jährlich) die Oberfläche auf Risse kontrollieren können.

Lacke sind immer erste Wahl, wenn es um möglichst kräftige und brillante Farben geht. Auf diesem Gebiet kann keine noch so gute Lasur dem Lack das Lösemittel reichen. Wählen Sie bei aller Vielfalt am besten mittlere Farbtöne bei Lacken: die hellen Farben haben zu wenige Pigmente für wirksamen UV-Schutz, die dunklen Farben absorbieren die Sonnenwärme und heizen die Fläche zu stark auf.

Bei guter Verarbeitung und Pflege haben Lackoberflächen im Außenbereich eine durchschnittliche Lebenserwartung von drei bis fünf Jahren bei Dispersions- lacken respektive fünf bis zehn Jahren bei Alkydharz- beziehungsweise Kunstharzlacken.

Lasur

Lasuren sind vereinfacht gesagt pigmentarme Lacke. Als Bindemittel dienen dabei neben den Acrylaten und Alkydharzen (wie beim Lack) auch Öle. Lösemittel sind entweder Testbenzin, Wasser oder Terpentinöl. Je nach Binde-und Lösemittel weisen Lasuren für den Außenbereich unterschiedliche Eigenschaften auf. Nur die sogenannten Dickschichtlasuren sind dabei auf Grund ihres hohen Pigmentanteils in der Lage, ähnlich den Lacken einen Schutzfilm um das Holz zu bilden. Alle anderen Lasuren versiegeln das Holz nicht, sie imprägnieren es. Das Wasser perlt im ersten Moment ab, kann aber bei Dauer- oder Staunässe doch ins Holz eindringen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Lasuren tiefer ins Holz eindringen können als Lacke.

Der Schutz gegen die Feuchte ist also auch bei Lasuren gut, aber nicht ganz so gut wie bei Lacken. Den besten Schutz bieten ölhaltige Lasuren, die einen gut deckenden, wasserabweisenden und elastischen Film auf der Holzoberfläche bilden. Bei anderen Lasuren entsteht ein sehr dünner Film, der dadurch den Vorteil hat, dass er nicht abplatzen kann. Beim UV-Schutz kann auch die Lasur nur auf die eigenen Pigmente zurückgreifen. Hier bieten die pigmentreichen Dickschichtlasuren den besten Schutz, allerdings zu dem Preis, dass die, manchmal erwünschte, sichtbare Holzmaserung darunter verschwindet. Bei der Farbauswahl gilt das Gleiche wie bei den Lacken: die mittleren Farb- und Holztöne sind vorzuziehen. Lasuren haben im allgemeinen eine kürzere Standzeit als Lacke, nach spätestens fünf Jahren müssen Sie lasierte Flächen überarbeiten. Verwenden Sie dabei Produkte auf gleicher Bindemittelbasis wie beim Erstanstrich.

LACK UND LASUR: DAS KLEINE 1X1

ACRYLLACKE: Lacke, bei denen Pigmente und Bindemittel (Acrylate) in Wasser gelöst sind. Beim Trocknen verdunstet das Wasser, der Lack wird zu einem gleichmäßig glatten Film.

ADDITIVE: Bezeichnung für alle Hilfsstoffe in Lacken und Lasuren, die zur Verbesserung der Eigenschaften und der Verarbeitbarkeit beigefügt werden. ALKYDHARZLACKE: Lacke, bei denen Pigmente und Bindemittel (Kunstharz) in Testbenzin gelöst sind. Diese Lacke haben eine hohe Deckkraft, die Lackoberfläche wird sehr hart.

BINDEMITTEL: Sie verkleben die Pigmente und Additive eines Anstrichmittels und verbessern dessen Haftung auf dem Untergrund.

BIOZIDE: Sammelbegriff für alle den Anstrichmitteln zugesetzten Wirkstoffe gegen tierische und pflanzliche Organismen oder Pilze. Insektizide und Fungizide gehören zu den Bioziden.

BLÄUEPILZ: Sammelbegriff für alle Pilze, die vor allem frisches und feuchtes Holz bei Befall bläulich einfärben. Die Färbung ist zwar wertmindernd, hat allerdings keine Einschränkung der statischen Belastbarkeit des Holzes zur Folge. DAMPFDIFFUSIONSOFFEN: Eigenschaft von Beschichtungen, die die im Holz enthaltene Feuchtigkeit nach außen austreten lassen. Bei Beschichtungen, die die Wasserdampfdiffusion nicht oder in zu geringem Maße zulassen, kann sich Feuchtigkeit zwischen Untergrund und Beschichtung sammeln und diese zum Abplatzen bringen.

FUNGIZIDE: Pilztötende Stoffe, die einigen Holzschutzgrundierungen zur Vorbeugung, vor allem gegen den Bläuepilz, zugesetzt sind.

FÜLLSTOFFE: Natürliche Streckmittel, die (wie Pigmente) in Löse- und Bindemitteln unlöslich sind und den Anstrich für bestimmte Anwendungen verdicken. HOLZFEUCHTE: Wassermenge im Holz in Relation zur umgebenden Luftfeuchte. Mit der Aufnahme von Luftfeuchtigkeit ändert sich der Wassergehalt im Holz. Steigt der dauerhaft auf über 20 Prozent, wird das Holz anfällig für Pilzbefall.

PIGMENTE: Lichtechte, nichtlösliche und wetterstabile Farbpartikel, die Lasuren und Lacken beigemengt werden. INSEKTIZIDE: Wirkstoffe gegen Insekten, die einigen Holzschutzmitteln zur Vorbeugung zugesetzt werden.

LACKFARBE: Ein pigmentierter, das heißt deckender Lack. Lackfarben mit hohem Pigmentanteil werden als Füller und Vorlack, in pastöser Form auch als Spachtelmasse eingesetzt.

LÖSEMITTEL: Überbegriff für Zusätze, die den Lack/die Lasur flüssig und streichfähig halten. Sie verdunsten, nachdem der Anstrich aufgebracht wurde. Unterschiedliche Bindemittel benötigen unterschiedliche Lösemittel: Kunstharze brauchen Testbenzin (Terpentinersatz), Acrylate brauchen Wasser, Öle brauchen Terpentinöl.

TERPENTINÖL: Aus Harzen von Nadelbäumen gewonnenes Lösemittel für Lacke und Farben, die auf der Basis von pflanzlichen Harzen hergestellt werden.

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