Lack oder Lasur vol.1

By | Juli 13, 2015

Jedes Frühjahr das Gleiche: Die Gartenmöbel, der Zaun, die Fenster – alle dürsten nach einem neuen Anstrich. Und immer wieder taucht die Frage auf, welches Mittel dazu eigentlich besser ist – Lack oder Lasur. Wir klären auf!

Die Diskussion ist so alt wie der Holzschutz selbst. Verwende ich für meine Holzbauten im Garten und am Haus lieber die offenporige Lasur oder lieber doch den deckenden Lack? Die Antwort ist wie so oft das weithin geschätzte, salomonische: „Es kommt darauf an!“ So sind beispielsweise die Lacke in puncto Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit in den letzten Jahren derart weiterentwickelt worden, dass Lasuren nicht mehr per se umweltfreundlicher sind. Andererseits sind zum Beispiel die Dickschichtlasuren so verfeinert worden, dass sie hinsichtlich Deckkraft den Lacken kaum noch nachstehen.

WARUM HOLZSCHUTZ?
Die Welt ist grausam! Und so verwundert es nicht, dass auch die von uns erbauten Zäune, Tore und Pavillons natürliche Feinde haben. Vor allem Sonne und Wasser setzen dem Holz so erbarmungslos zu, dass es ungeschützt eine Lebenserwartung von nur wenigen Jahren hätte. Das Wasser ist dabei eher eine mittelbare Gefahr, denn für sich selbst gesehen schadet es dem Holz nicht. Wasser wäscht auf Dauer einige der Holzinhaltsstoffe aus, was zum, statisch irrelevanten, Vergrauen der Holzoberfläche führt. Ansonsten ist Wasser und Feuchtigkeit lediglich Wegbereiter für die viel gefährlicheren Pilze und Insekten, die das Holz zersetzen.

Ganz anders beim zweiten Übeltäter Sonne: Ihre allseits bekannten und gefürchteten UV-Strahlen zerstören den Baustoff Lignin, der dem Holz erst seine Festigkeit und Stabilität verleiht. Borke und Rinde, die die Bäume in freier Natur vor den zerstörerischen Strahlen schützen, fallen bei verbautem Holz naturgemäß weg. Holzschutz im Außenbereich tut also Not, wenn Ihr Bauwerk lange leben soll.

Guter Holzschutz verhindert, dass Wasser dauerhaft und tief ins Holz eindringt, aber er ist offen für den natürlichen Feuchtigkeitsausgleich zwischen Holz und Umgebungsluft. Guter Holzschutz verhindert weiterhin, dass die UV-Strahlen bis ins Holzinnere vordringen, aber er verdeckt dabei nicht die Maserung und damit die Schönheiteit des Holzes.

Lack und Lasur können beide diese Aufgaben erfüllen, wenn auch auf sehr unterschiedliche Weise und mit unterschiedlichen Vor-und Nachteilen.

VORARBEITEN
Die Vorbereitungen des Holzes vor dem Anstrich sind bei Lack und Lasur fast die gleichen. Bei beiden müssen Sie sämtliche losen Teile und Absplitterungen sorgfältig entfernen, schadhaftes Holz entweder auskitten (bei deckendem Lack oder Dickschichtlasur) oder gleich ganz austauschen. Wichtig: Das Holz muss für den Anstrich unbedingt trocken sein.

Alte Lasurschichten werden Sie in der Regel auch durch gröbstes Schleifen nicht restlos entfernen können, deshalb schleifen Sie lasierte Flächen nur mit 80er-Schleifpapier an, bis keine losen Reste mehr abgehen. Die Färbung bleibt meist erhalten. Deswegen können Sie bei einer Zweit- oder Drittbehandlung mit einer Lasur immer nur die gleiche oder eine dunklere Farbe verwenden, niemals eine hellere. Das Ergebnis wäre sonst eine scheckige Holzoberfläche.
Bei Lack sollten Sie immer so viel vom Altanstrich entfernen wie möglich. Wenn Schleifen nicht ausreicht, nehmen Sie eine Heißluftpistole, die Sie so lange auf die Lackoberfläche richten, bis sie die ersten Blasen wirft und sich mit einem Spachtel ganz einfach abschieben lässt.

Sehr festsitzende Lackschichten belassen Sie auf dem Holz und schleifen sie nur grob an, um die Haftung des nachfolgenden Lacks zu verbessern. Wichtig nach jedem Heißlufteinsatz: Die Holzflächen müssen mit mittlerer Körnung (100er- bis 120er-Schleif-korn) sauber geschliffen werden, die Kanten dabei leicht gebrochen werden.

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