Fliesen schneiden – So bekommen Fliesen die passende Form

By | August 13, 2015

ln Wohnung, Sanitärbereich und in Gewerberäumen eignen sich Fliesen hervorragend als Boden- oder Wandbelag. Ihre Verarbeitung erfordert Spezialwerkzeug.

Die Vielfalt der Arten, Formen, Farben, Formate und Strukturen keramischer Fliesen bietet unbegrenzte Möglichkeiten, Wohn-, Wirtschafts- und Arbeitsräume praktischen Anforderungen entsprechend auszustatten und nach optischen Gesichtspunkten zu gestalten. Gegenüber Fußbodenbelägen wie Teppich, PVC oder Holzfußböden haben Fliesen, sofern das richtige Material gewählt und fachgerecht verlegt wird, viele Vorteile:

■    fast unbegrenzte Kombinationsund Gestaltungsmöglichkeiten,

■    große Belastbarkeit,

■    hohe Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit und aggressive Stoffe,

■    sehr gute Wirtschaftlichkeit dank geringer Unterhaltungs- und Pflegekosten.

Die Folgekosten eines gefliesten Bodens belaufen sich innerhalb eines Zeitraums von 20 Jahren auf nur etwa 25 Prozent derer eines gleichgroßen Kunststoffbelags.

Steingut oder Steinzeug

Wer dem enormen Angebot an Fliesen gegenübersteht, sollte über den grundlegenden Unterschied des Sortiments informiert sein: Man unterscheidet zwischen Steingut-und Steinzeugfliesen.

Steingutfliesen werden bei ca. 1050 °C gebrannt. Sie bleiben dabei porös, nehmen noch Feuchtigkeit auf und sind somit nicht frostsicher. Dadurch sind sie nur für Innenräume, jedoch nicht als Bodenfliese in Feuchträumen geeignet. Steinzeugfliesen dagegen haben einen höheren Anteil Quarzsand und werden bei höheren Temperaturen (1250 °C) gebrannt. Dadurch wird die Fliese erheblich dichter, härter und frostsicher, da keine Feuchtigkeit mehr in das Material eindringen kann. Allerdings ergibt sich dadurch auch ein Nachteil: Steinzeugfliesen sind um ein Vielfaches spröder als Steingutfliesen.

Fliesen brechen

Fliesen bestehen aus unterschiedlich hartem, aber immer sprödem Material. Ihre eigentliche Festigkeit erhalten sie durch die Oberflächenspannung der Glasur. Wird diese durch das Anritzen mit Fliesenschneider aufgehoben, läßt sich selbst die dickste Fliese entlang dieser Rißlinie mit relativ geringem Kraftaufwand brechen. Bei Fliesenschneidemaschinen befindet sich am beweglichen Schneideschlitten ein abgewinkelter Metallknebel, mit dem die Fliese direkt nach dem Anritzen, ohne Veränderung ihrer Lage, gebrochen werden kann.

Ausklinkungen

Ausklinkungen, vom Rand der Fliese ausgehend, lassen sich am einfachsten mit der Fliesensäge oder der Knabberzange herstellen. Bei der Fliesensäge handelt es sich um einen ringsum mit Hartmetall- oder Diamantsplittern besetzten Sägedraht. Mit ihm kann die Sägerichtung jederzeit ohne Änderung des Sägeblattes verändert werden. Mit der Knabberzange, aufgrund ihrer Form auch Papageienschnabel genannt, wird die Ausklinkung in kleinen Stückchen herausgeknabbert.

Für Ausschnitte mit genormten Ausschnittmaßen, etwa für Eckventile oder Steckdosen, gibt es maßgenaue, hartmetallbestückte Lochsägen oder Lochgeräte. Im Lochgerät wird die Fliese fest zwischen einem dem Ausschnittmaß entsprechenden Metallring und einem gezahnten, trichterförmigen Konterstück eingespannt. Dadurch wird die Fliese so gespannt, daß der Ausschnitt innerhalb des Rings mit dem Fliesenhammer herausgeschlagen werden kann, ohne daß die Fliese springt. Mit dem verstellbaren Fliesenlochschneider lassen sich Öffnungen von 20 bis 94 mm Durchmesser herstellen. Er wird von einer Bohrmaschine mit max. 400 Upm angetrieben.

Gefahrlos in Fliesen bohren

Fliesen werden grundsätzlich ohne Schlag gebohrt. Sie würden aufgrund ihrer Härte und Sprödigkeit beim dritten Schlag platzen. Damit der Bohrer beim Ansetzen nicht abrutscht und eine Spur quer über die Fliese zieht, muß die Glasur an der Bohrstelle vorgekörnt werden. Verwendet werden ausschließlich hartmetallbestückte Bohrer, gebohrt wird mit möglichst niedriger Drehzahl, bis die Glasurschicht durchdrungen ist. Danach kann man die Drehzahl erhöhen.

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