Dachrinnen erneuern – Kunststoff hält besser als Metall

By | August 13, 2015

Defekte Dachrinnen sind mehr als nur ein Ärgernis. Auf Dauer schadet überlaufendes Regenwasser der Substanz des Hauses.

Trotz verzinkter Oberfläche und guter Pflege durch wiederholtes Anstreichen haben Dachrinnen aus Stahlblech nur eine begrenzte Lebensdauer. Der Rostfraß beginnt meistens an den Lötnähten und kann dann kaum noch gestoppt werden. Dichtmassen oder Bitumenkleber verlangsamen den Verfall zwar, können ihn aber nicht aufhalten. Feuchte Blätter, Wasser, das wegen des Laubs in der Rinne steht, und Frost führen dann zum Aufbrechen der Nähte. Die Rinnenteile biegen durch und können das anfallende Wasser nicht mehr abführen. Dann läuft das Regenwasser an der Hauswand herunter, dringt in das Mauerwerk ein und bringt Feuchtigkeit an die Grundmauern des Hauses, nicht selten bis hinunter in den Keller. So wird die Bausubstanz nachhaltig geschädigt.

Einfache Abhilfe
Sind die Rinneneisen, von denen die Rinne getragen wird, noch in gutem Zustand, ist das Erneuern der Rinnen relativ einfach. Als Austauschmaterial empfehlen sich Kunststoffrinnen, die gegenüber den Blechrinnen den Vorteil größerer Haltbarkeit haben. Außerdem sind sie einfach zu montieren, brauchen niemals einen Anstrich und sind preiswert. Man kann zwischen grauem und braunem Material wählen. Kunststoffrinnen gibt es in den gleichen Abmessungen und Formen wie Blechrinnen und mit gleichem Zubehör. Der Austausch ist daher auch bei älteren Häusern möglich und erfordert keine komplette Neuinstallation. Die Verbindung der Rinnenteile und Fallrohre aus Kunststoff erfolgt ohne Klebstoff. Die Verbindungselemente sind mit Dichtungsstreifen versehen, die es möglich machen, daß die Teile sich bei starken Temperaturschwankungen bewegen können.

Vorsichtige Demontage

Beim Demontieren der alten Rinnen muß man behutsam Vorgehen, damit die Rinneneisen und die unterste Pfannenreihe nicht beschädigt werden. Die Laschen der Eisen nur so weit hochbiegen, wie es zum Herausnehmen der alten Rinne nötig ist. Lange und verlötete Rinnenstücke werden vorher mit einer Blechschere in handliche Stücke geschnitten. Sind die Eisen angerostet, den Rost mit einer Drahtbürste entfernen, Rostschutz aufstreichen und dann mindestens zweimal lackieren. Abgebrochene oder stark korrodierte Rinneneisen müssen erneuert werden. Dazu in dem entsprechenden Bereich die untersten Pfannen anheben und die neuen Eisen montieren. Es gibt auch spezielle Reparatureisen, die seitlich an Dachsparren oder am Stirnbrett der Sparren befestigt werden können. Bevor die neuen Rinnen eingesetzt werden können, muß man die Eisen neu aus-richten. Das Gefälle zum Ablaufpunkt soll bei einer Rinnenlänge von 10 Metern ca. 3 bis 5 Zentimeter betragen. Das erste und das letzte Eisen werden mit einer Schlauchwaage danach ausgerichtet, und beide    werden dann mit einem straff gespannten Band miteinander verbunden. Danach alle anderen Eisen durch Biegen ausrichten.

Ob die Eisen genau in einer Flucht sind, kann man auch durch das Entlangpeilen kontrollieren.
In die Eisen wird dann die Rinne unter leichtem Drehen eingelegt und mit den Biegelaschen fixiert. Müssen Rinnenstücke zusammengesetzt werden, erfolgt das mit Verbindungsschalen, in die die Rinnenenden eingeklemmt werden. Auch Innen- und Außenwinkel sowie Endstücke werden nur eingeklemmt und schließen durch Dichtungsstreifen ab.

Nach erfolgter Montage sollten Sie durch künstlichen Regen mit dem Gartenschlauch feststellen, ob das Wasser den richtigen Weg in die Fallrohre findet.

Nur einmal komplett einkaufen

■    Hersteller von Dachrinnen-Systemen haben genaue Materiallisten, in die Sie Ihren Bedarf eintragen können. So behalten Sie den Überblick über das Material, das Sie einkaufen müssen. Die Listen erinnern Sie auch an kleine Zubehörteile wie Endstücke, Schellen usw.

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